Sponsoren im Motorsport findest du nicht mit einer Massenmail, sondern mit einem Account, der zeigt, wer du bist, und mit Partnern, die zu dir und deiner Community passen. Fang bei Marken an, die du schon nutzt, und bei Unternehmen aus deiner Region. Biete mehr als ein Logo: Inhalte, Einblicke und Kontakt zu deiner Community. Und frag im Herbst und Winter an, bevor die Saison startet.
Was Sponsoren im Motorsport wirklich wollen
Der häufigste Denkfehler lautet: „Ich muss erst schnell genug sein, dann kommen die Sponsoren von allein.“ Schnell sein bleibt wichtig. Aber ein Unternehmen, das dich unterstützt, will vor allem eines: dass sich die Partnerschaft für die eigene Marke lohnt. Ergebnisse helfen dabei, sie sind aber nur ein Teil.
Für einen Partner zählt in der Regel:
- Passt deine Community zu seiner Zielgruppe? Eine kleine, passende Community kann mehr wert sein als eine große, die nichts mit der Marke zu tun hat.
- Bist du sichtbar, auch zwischen den Rennen? Ein Rennwochenende dauert zwei, drei Tage. Dein Account läuft das ganze Jahr.
- Kann er dich in seine Kommunikation einbauen? Gute Fotos, Videos und Geschichten, die er selbst nutzen darf, sind für viele Marken viel wert.
- Bist du zuverlässig? Absprachen einhalten, Rückmeldungen geben, nach der Saison berichten. Das klingt banal und ist trotzdem selten.
Partner suchen also nicht nur die Schnellsten, sondern Menschen, die man kennt und denen man gern zuhört. Ich bin Anfängerin und definitiv keine Profirennfahrerin. Trotzdem finanziert sich mein Hobby inzwischen zum Teil selbst, und das liegt an meiner Community und meiner Reichweite, nicht an meinen Rundenzeiten.
Schritt 1: Dein Account ist deine Bewerbung
Bevor eine Marke deine Mail liest, schaut sie sich dein Profil an. Meistens in wenigen Sekunden. Was sie dort sieht, entscheidet, ob sie weiterliest.
Mach deshalb vorher den Sponsoren-Check: Versteht eine Marke nach einem Blick auf dein Profil, wer du bist, was du bieten kannst und wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte?
Wenn du kurz überlegen musst, fang hier an:
- Bio: Wer bist du, was fährst du, wo? Ein Satz, der hängen bleibt, und ein Kontakt für Anfragen.
- Inhalte: Zeig nicht nur Ergebnisse, sondern den Weg dahin. Was war das Ziel, was lief im Training schief, was hast du geändert?
- Persönlichkeit: Wenn morgen jemand anderes deinen Helm tragen würde, würde man dann noch merken, dass der Content von dir kommt?
- Bestehende Partner: Wie zeigst du sie heute? Ein „Danke an Marke XY“ mit Logo überzeugt keinen neuen Partner.
Schritt 2: Passende Partner finden
Die meisten fangen mit den großen Namen an, die sie aus dem Fernsehen kennen. Dort landen jeden Tag viele Anfragen. Deine Chancen sind deutlich besser bei Partnern, zu denen es eine echte Verbindung gibt.
Wo du suchen solltest
- Marken, die du sowieso nutzt. Helm, Kombi, Reifen, Öl, Werkzeug, Ernährung. Du kannst glaubwürdig erzählen, warum du sie nutzt.
- Unternehmen aus deiner Region. Werkstatt, Autohaus, Motorradhändler, Handwerksbetriebe, dein Arbeitgeber. Regionale Firmen freuen sich oft über ein Gesicht aus der Gegend.
- Marken, die deine Community anspricht. Schau in deine Insights: Wer folgt dir, wie alt, woher? Welche Marken würden genau diese Menschen erreichen wollen?
- Dein eigenes Netzwerk. Familie, Freunde, Kollegen, andere Fahrer. Viele Partnerschaften beginnen mit „Ich kenne da jemanden“.
Frag dich bei jedem möglichen Partner: Warum passt genau diese Marke zu mir? Wenn du darauf keine Antwort hast, hat die Marke auch keine.
Schritt 3: Überlegen, was du bieten kannst
„Dein Logo auf meinem Fahrzeug“ ist kein Angebot, sondern ein Platz. Überleg dir vorher, was ein Partner konkret von der Zusammenarbeit hat. Zum Beispiel:
- Inhalte: Fotos und Videos mit dem Produkt im echten Einsatz, die der Partner auch selbst nutzen darf. Bildrechte vorher klären.
- Integration statt Pflichtpost: Der Partner wird Teil deiner Geschichte, vor, während und nach dem Event.
- Sichtbarkeit an der Strecke: Fahrzeug, Helm, Kombi, Pavillon, Teamkleidung.
- Erlebnisse: Mitarbeiter oder Kunden des Partners kommen mit an die Strecke oder in die Box.
- Ehrliches Feedback: Du testest Produkte unter echten Bedingungen und gibst Rückmeldung.
Auch ohne riesige Reichweite hast du etwas zu bieten. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Menschen du erreichst, sondern wie stark ihre Verbindung zu dir ist.
Schritt 4: Die Sponsorenmappe
Eine Sponsorenmappe, oft auch Mediakit genannt, fasst alles Wichtige auf wenigen Seiten zusammen. Sie ersetzt nicht dein Profil, sie ergänzt es. Kurz und klar schlägt lang und hochglänzend.
Was in die Sponsorenmappe gehört
- Wer du bist: deine Geschichte in wenigen Sätzen, mit einem guten Foto.
- Deine Saison: Rennserie oder Veranstaltungen, Termine, Strecken.
- Deine Community in Zahlen: Follower, Aufrufe, Interaktionen und Zielgruppe (Alter, Region) aus deinen Insights. Mit Datum, und nur echte Zahlen.
- Beispiele: Inhalte, die gut funktioniert haben, und wie du bisherige Partner eingebunden hast.
- Dein Vorschlag: was du konkret anbietest, und was du dir im Gegenzug wünschst.
- Kontakt: wie man dich am schnellsten erreicht.
Pass die Mappe für jeden Partner an. Schon zwei, drei Sätze, warum genau diese Marke zu dir passt, machen den Unterschied zur Serienmail. Ausführlich mit allen Bausteinen und den richtigen Zahlen: Sponsorenmappe für Rennfahrer: Was rein muss, was raus kann.
Schritt 5: Die Anfrage
Schreib nicht an „info@“, wenn es sich vermeiden lässt. Such die Person, die im Unternehmen für Marketing oder Sponsoring zuständig ist, zum Beispiel über die Website oder LinkedIn. Bei kleinen Firmen ist das oft direkt die Inhaberin oder der Inhaber.
So ist eine gute Anfrage aufgebaut
- Ein persönlicher Einstieg: warum du dich genau bei dieser Marke meldest.
- Wer du bist: in zwei, drei Sätzen, mit Link zu deinem Profil.
- Ein konkreter Vorschlag: was du dir vorstellen kannst, nicht „Ich suche Sponsoren“.
- Ein klarer nächster Schritt: zum Beispiel ein kurzes Telefonat.
Keine Antwort heißt nicht automatisch Nein. Fass nach ein bis zwei Wochen freundlich nach. Und wenn es ein Nein wird: bedanken, in Kontakt bleiben. Budgets ändern sich.
Schritt 6: Das richtige Timing
Viele Unternehmen planen ihre Marketingbudgets für das nächste Jahr im Herbst. Wer erst im März anfragt, wenn die Saison vor der Tür steht, kommt oft zu spät. Die beste Zeit für die Sponsorensuche ist deshalb die Saisonpause: Ende der Saison bis Jahresanfang.
Nutz die Zeit davor, um deinen Account aufzuräumen und die Mappe vorzubereiten. Dann kannst du im Herbst direkt loslegen.
Schritt 7: Partner sichtbar machen
Den Sponsor zu gewinnen ist der erste Schritt. Ihn zu halten, der zweite. Und der entscheidet sich auf deinem Account.
- Vor dem Event: Vorbereitung, Training, Material. Hier kommt der Partner ganz natürlich vor.
- Während des Events: Einblicke aus Box und Fahrerlager, in denen das Produkt wirklich genutzt wird.
- Nach dem Event: Was lief gut, was nicht, was nimmst du mit? Und was hat der Partner dazu beigetragen?
Viel spannender als „Danke an Marke XY“ ist, wofür du das Produkt an der Strecke wirklich nutzt und warum. Und nach der Saison: ein kurzer Rückblick mit deinen Zahlen und den besten Inhalten. Das ist oft die Grundlage für die nächste Saison.
Beiträge mit Sponsoren musst du als Werbung kennzeichnen. Halte außerdem schriftlich fest, was ihr vereinbart habt: Leistungen, Gegenleistung, Dauer und wer welche Fotos und Videos nutzen darf.
Im #PolePosition-Ratgeber geht es Schritt für Schritt von deiner Sichtbarkeit über deine Community bis zum Sponsor. Mit Workbook, Sponsoren-Check und Account-Audit. PDF, 39 €.
Zum RatgeberDie häufigsten Fehler bei der Sponsorensuche
- Die Serienmail. Dieselbe Mail an fünfzig Firmen. Das merkt jeder.
- Nur Ergebnisse posten. „P3 dieses Wochenende.“ Man sieht das Ergebnis, aber nicht dich.
- Nur nehmen, nichts bieten. „Ich suche Sponsoren“ ist kein Angebot.
- Das Logo-Danke. Ein Logo, ein Danke, fertig. So zeigst du keinem neuen Partner, was er von dir hat.
- Zu spät anfragen. Im März sind viele Budgets längst verteilt.
- Nichts schriftlich festhalten. Unklare Absprachen sorgen später für Ärger.
Fragen und Antworten
Wie viele Follower brauche ich für Sponsoren?
Es gibt keine feste Grenze. Ein Account mit 50.000 Followern kann für einen Partner weniger wert sein als einer mit 10.000. Entscheidend ist, ob deine Community zur Zielgruppe der Marke passt und wie stark ihre Verbindung zu dir ist.
Kann ich als Anfänger im Motorsport Sponsoren finden?
Ja. Partner suchen nicht nur die Schnellsten, sondern Menschen, die man kennt und denen man gern zuhört. Fang bei Marken an, die du schon nutzt, und bei Unternehmen aus deiner Region.
Bekomme ich von Sponsoren Geld oder Material?
Beides ist möglich. Gerade am Anfang beginnen viele Partnerschaften mit Material, Produkten oder Rabatten. Wenn die Zusammenarbeit für beide Seiten funktioniert, kann sie mit der Zeit wachsen.
Wann sollte ich Sponsoren anfragen?
Am besten in der Saisonpause, also zwischen dem Ende der Saison und dem Jahresanfang. Viele Unternehmen planen ihre Budgets für das nächste Jahr im Herbst.
Muss ich Beiträge mit Sponsoren als Werbung kennzeichnen?
Ja. Wenn du für einen Beitrag eine Gegenleistung bekommst, auch in Form von Produkten, musst du ihn als Werbung kennzeichnen. Nutze dafür die Funktionen der Plattform und einen klaren Hinweis wie „Werbung“ oder „Anzeige“.